{"id":136,"date":"2011-06-14T15:18:11","date_gmt":"2011-06-14T15:18:11","guid":{"rendered":"http:\/\/manu.og-inside.de\/?p=136"},"modified":"2011-06-14T15:18:11","modified_gmt":"2011-06-14T15:18:11","slug":"guatemala-willkommen-zum-langen-24-stunden-rip-off-versuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/manu.og-inside.de\/?p=136","title":{"rendered":"Guatemala: Willkommen zum langen 24-Stunden-rip-off-Versuch"},"content":{"rendered":"<p>Zumindest geduldig war er ja, der (angebliche) Amerikaner, den ich in Monterico an der Pazifikk\u00fcste Guatemalas kennengelernt hab. Zum Gl\u00fcck bin ich ohne gr\u00f6\u00dferen Schaden aus der Sache rausgekommen, meine eigentlich geplante Entspannungszeit am Meer war aber dahin. Aber von Angang an:<\/p>\n<p>Bin Sonntag Mittag in Monterico angekommen. Kleines Dorf am Meer\u00a0ohne Internet und auch Fernseher sind rar ges\u00e4ht. Nach \u00fcber nem Monate von anstrengendem Reisen (bin mittlerweile schon im siebten Land) aber genau das Richtige. Ausspannen. Gegen Abend hab ich dann nen Amerikaner (Alex, ca. in meinem Alter) kennengelernt. Netter Typ, aber auch nichts besonders. Ganz normale Reisebekanntschaft. War trotzdem froh mit jemandem den Abend verbringen zu k\u00f6nnen. Erster Negativpunkt: An der Hostelbar musste ich erstmal die Rechnung bezahlen, da Alex seinen Geldbeutel im Zimmer liegenlassen hatte. War schon ein bisschen skeptisch, kann aber ja mal passieren. Als wir anschlie\u00dfend ne Bar im Ort suchen wollten, um das NBA-Finale anzuschauen, hat er auf meinen Vorschlag hin dann doch tats\u00e4chlich den Geldbeutel aus seinem Zimmer geholt. Soweit so schlecht. Nachdems keine Bar mit nem Fernseher gab, haben wir einfach so ein paar Bier getrunken. Hat mich fast schon nicht mehr \u00fcberrascht, als es dann ans Zahlen ging. Mit letzter Kraft teilte Alex mir mit wie peinlich es ihm ist, aber dass er nicht gen\u00fcgend Geld dabei hat und ob ich nicht zahlen k\u00f6nnten. Anschlie\u00dfend ist er sofort eingeschlafen.<\/p>\n<p>\u00dcberraschend wars deshalb nicht weil in der Zwischenzeit seine Leidensgeschichte immer l\u00e4nger wurde. Im Hostel wars noch nur sein Bruder, der in Afghanistan gefallen war, ne Stunden sp\u00e4ter wars der Jahrestag seines Todes, noch ne Stunde sp\u00e4ter ist dann auch seine Mutter beim Anblick des Leichnams gestorben. Da noch weitere Sache hinzukamen war mir relativ klar, dass ich ihm nicht glauben sollte. Hab ihn aufgeweckt und gesagt, dass ich auch kein Geld dabei hab. Urpl\u00f6tzlich und nach langer Diskussionen (hatte ja seinen Geldbeutel gesehen) konnte er dann doch noch Geld finden.Um doch noch an mein Geld zu kommen gabs in der folgenden Zeit dann mehrere Versuche:<\/p>\n<ol>\n<li>Bin in der Nacht aufgewacht, als \ter versucht hat mein Schlie\u00dffach mit all meinen Sachen und \tWertsachen zu \u00f6ffnen. Zum Gl\u00fcck wars mit den Vorh\u00e4ngeschloss \tgesichert. Darauf angesprochen hat er gemeint er w\u00e4re zu betrunken \tund h\u00e4tte das Schlie\u00dffach verwechselt. Geschlafen hab ich in der \tNacht kaum mehr. Alle wirklich wichtigen Wertsachen direkt am K\u00f6rper \tgetragen und beschlossen, den Ort anstellen von 3 N\u00e4chten nach nur \teiner Nacht zu verlassen.<\/li>\n<li>Am n\u00e4chsten Morgen war er dann \twieder der gute Freund. Beim Fr\u00fchst\u00fcck zu mir gesetzt, gequatscht \tund mich nach ner Weile gefragt, ob ich nicht mit nach Guatemala \tCity will. Er h\u00e4tte da \u201eFreunde\u201c, bei denen wir unterkommen \tk\u00f6nnten. Schon klar&#8230;<\/li>\n<li>Nachdem ich das \tGuatemala-City-Angebot abgelehnt hatte, hab ich mich schon gefragt \twas wohl als n\u00e4chstes kommt. Hat ca. ne Stunde gedauert, er hat in \tdieser Zeit (morgens, Fr\u00fchst\u00fcck) an der Bar ne 30 US \tDollar-Rechnung produziert (Fr\u00fchst\u00fcck war inklusive) und mir \ter\u00f6ffnet, dass er in der Nacht seinen Geldbeutel inkl., Kreditkarte \tusw. verloren h\u00e4tte. Wie peinlich ihm das alles w\u00e4r, aber ob ich \tihm nicht helfen k\u00f6nnte. Jetzt wo wir die Superfreunde sind.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Musste bis 16 Uhr warten, bis endlich der Bus abgefahren ist. Von relaxen am Meer war nicht mehr viel \u00fcbrig, da ich st\u00e4ndig meine Wertsachen im Auge behalten musst. Meine Vertrauen in das Hostel war auch nicht mehr besonders gro\u00df. 30 Dollar-Rechnung f\u00fcr Getr\u00e4nke zum Fr\u00fchst\u00fcck am Morgen??? Im Guatemala??? Und warum muss jeder andere Gast jedes einzelne Getr\u00e4nk immer sofort bezahlen, nur Sir Alex nicht? Sir Alex, der \u00fcbrigens auch noch komplett ohne Gep\u00e4ck (nicht mal ein kleiner Rucksack) angereist war?<\/p>\n<p>War einfach nur froh, als ich endlich &#8211; und ohne finanziellen Schaden &#8211; abhauen konnte. Um nen Eindruck zu bekommen: Gegessen hab ich in dieser ganzen Zeit nichts und ich hab keine Ahnung in welchen H\u00f6hen sich mein Puls \u00fcber die ganze Zeit befand. Immerhin hab ich dadurch wohl abgenommen und pass hoffentlich wieder besser in meine Badeshort. Hatte die vor meinem Urlaub seit Jahren nicht mehr an, einfach eingepackt und bei meinem ersten Mal am Meer festgestellt, dass ich selbst mit eingezogenem Bauch ausseh wie ne Presswurst! \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Richtig \u00e4rgerlich ist im Nachhinein aber eigentlich nur, dass ich das NBA-Finale verpasst hab. Und sie haben tats\u00e4chlich gewonnen!!! Ehre wem Ehre geb\u00fchrt. Auf einen der besten Sportler, die Deutschland wohl je hervor gebracht hat&#8230;<\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zumindest geduldig war er ja, der (angebliche) Amerikaner, den ich in Monterico an der Pazifikk\u00fcste Guatemalas kennengelernt hab. Zum Gl\u00fcck bin ich ohne gr\u00f6\u00dferen Schaden aus der Sache rausgekommen, meine eigentlich geplante Entspannungszeit am Meer war aber dahin. 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